Die meisten Schlösser an der Q sind relativ identisch aufgebaut, nur das Zündlenkschloss hat ein hochwertigeres Innenleben.

ImageDer Zylinder ist in einer Bohrung des Schlossgehäuses drehbar. Längs zu dieser Bohrung sind zwei um 180 Grad versetzte Nuten (Nut).


Senkrecht zur Achse des Zylinders sind in 8 Ebenen Schlitze in denen 6 Zuhalte- und 1 Sperrplatte von Federn in "nach aussen“ gedrückt werden (Schlitz). Ein Schlitz ist nicht belegt. 4 Plättchen werden in eine Richtung gedrückt, die verbleibenden 3 anderen 180 Grad dazu versetzt.


Die Plättchen sind so lang wie der Zylinderdurchmesser und sind mit dessen Radius verrundet. (Plättchen)
ImageImageIn jedem Plättchen ist, symmetrisch zur Haupt-Längsachse eine rechteckige Aussparung.
Diese Aussparung kann an 4 unterschiedlichen Positionen liegen (jeweils ca. 0,5 mm versetzt). Bei der Sperrplatte ist die Aussparung am extremsten in Randnähe positioniert.
    
 

Die Funktion
ImageImageIm verriegelten Zustand werden alle Zuhälter von den Federchen nach aussen in die beiden Nuten des Schlossgehäuses gedrückt. Folge: Der Zylinder lässt sich nicht verdrehen (Schema1 ).
Die Sperrplatte liegt ausserhalb der Nuten. Der Zylinder lässt sich, wenn nicht an anderer Stelle die Drehung begrenzt ist und der richtige Schlüssel verwendet wird, beliebig verdrehen.

Steckt man einen Schlüssel ins Schloss, werden die Zuhälter zurückgedrückt. Ist es der richtige Schlüssel, "verschwinden“ alle Zuhälter bündig im Zylinder (richtig; Schema2) und er lässt sich drehen.

Ist es ein falscher Schlüssel wird ein oder werden mehrere Zuhälter zu wenig oder zu weit zurückgedrückt. Diese stehen dann noch, oder auf der entgegengesetzten Seite bereits wieder aus dem Zylinder und er bleibt verriegelt (Schema3; falsch)
    

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ImageDefinition
Oben, unten, links, oder rechts sind irreführende Begriffe, deshalb meine Definition (Definition).
Nach oben überstehende Zuhälter sind daran zu erkennen, dass man sie bei eingestecktem, "falschem“ Schlüssel in den Zylinder drücken kann, sie aber durch die Federkraft wieder herauskommen.
Nach unten überstehende Zuhälter sind daran zu erkennen, dass man sie bei eingestecktem, "falschem“ Schlüssel NICHT in den Zylinder drücken kann.


Die Konstruktion der Schlösser der 1200

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Schl_12_Sch01t
Schl_12_Sch01t

ist derjenigen der 11x0 sehr ähnlich.

Sechs Sperrplättchen und ein siebtes zur Verriegelung des Schliesszylinders
Einzig der „zackenlose“ Schlüssel erfordert technisch eine leicht unterschiedliche Ausführung. Die einzelnen Schliesplättchen werden nicht von den „Zacken“ des Schlüssels an den Schmalseiten der Durchbrüche angehoben, sondern im Durchbruch ist eine „Nase“ die in der Rille des Schlüssels gleitet.

lock_tumblers
lock_tumblers

Das Bild zeigt die 4 unterschiedlichen Plättchen. In der oberen Reihe die nummerierten Schliessplättchen. In der unteren Reihe das Halteplättchen und eine Feder


Auch hier gilt natürlich, wie bei den 11x0:
Wenn Schloss und Schlüssel zueinander passen, dann sind, bei eingestecktem Schlüssel, alle Zuhalteplättchen bündig zum Gehäuse


Quelle:
Das Wissen, der Text und die Bilder zum Aufbau der Schlösser mit bartlosem Schlüssel (ab 1200) stammen von Martin „ebbo“ Ebdon.
Ich habe den Text mit seiner Zustimmung frei -doch hoffentlich sinngemäss korrekt - aus dem Englischen übersetzt.


Links:
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