Bei Kontaktspray und allem was sich derart bezeichnet sollte man etwas vorsichtig sein. Weshalb verwendet man es?
Ein Steck- oder Schaltkontakt macht nicht mehr das was er soll.

Woran liegt es?

Zwischen den beiden Kontakten liegt eine isolierende Schicht. Diese kann beispielsweise aus Oxiden oder einfach nur aus einem nicht leitenden Material wie z.B. Fett bestehen

Wo kommt sie her?
Bei Fett sollte das klar sein, bei Oxiden ist wahrscheinlich Wasser eingedrungen und ein Kontakt ist oxidiert (rostet). „Geholfen“ haben u.U. zusätzliche saure Bestandteile wie Salze (Streusalz) oder Säuren (Batterie, Handschweiss).

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Wie geht sie weg?

Kontakte werden -wann immer möglich- am einfachsten und besten durch mechanische Einflüsse sauber (sprich: Abkratzen, schmirgeln, etc.).
Alle mechanischen Schalter haben dann wenige Probleme, wenn ihre Kontaktflächen zueinander verschoben werden und dies auch regelmässig geschieht. Dabei „schmirgeln“ sich die Kontakte genau dort wo sie es brauchen frei. Werden sie länger nicht benutzt schaffen sie es nicht mehr weil die Oxidschicht zwischenzeitlich zu dick/hart wurde. Schalter deren Kontakte sich nur aufeinander zubewegen (Taster) haben es schwerer.

Jetzt kommen die Kontaktsprays zum Einsatz
Jeder der Kontakte schon mal mechanisch gereinigt hat weiss, dass es überraschend schwer geht. Folglich muss Kontaktspray, wird es nicht durch zusätzliche mechanische Massnahmen unterstützt, ziemlich aggressiv sein.
Wäre z.B. WD40 frei von aggressiven Komponenten würde sich in Sachen „Kontaktspray“ gar nix tun. Um elektrischen Übergänge („Kontakte“)  zu verbessern braucht es irgendetwas was die Oxidschicht löst. Das Zeug ist in der Regel aggressiv. Bei dem Kontaktspray von „Kontakt-Chemie“ steht sogar drauf, dass die Kontakte danach ungeschützt sind!

Ähnliches gilt für Rostlöser. Auch sie greifen Oxide an und sollen sie lösen. Caramba und seine Kollegen fühlen sich zwar schmierig an, schmieren aber entweder gar nicht oder nicht sehr lange (steht bei Caramba auch drauf!). Das Zeug löst den Rost und das "Schmierige" hilft vielleicht dem „Aggressiven“ an seine Wirkungsstätte zu gelangen. Wird danach nicht gelöst, gereinigt und geschmiert, so wird die Verbindung anschliessend richtig fest!!
Was auch soll den Rost lösen wenn nicht aggressive Chemie? Warm wird es nicht (unterschiedliche Dehnung), bequatschen würde nichts helfen (Psychologe) und eine Pflegesubstanz von AVON riecht zwar „überzeugend“, hilft aber auch nicht.
Direkt auf die Komponenten von Schaltern ( eher Materialien aus Bronce) abgestimmte Produkte werden seltener verwendet (Kontaktspray von KONTAKT-CHEMIE). Rostlöser sind in erster Linie auf Eisen spezialisiert.
Rostlöser und Kontaktsprays tun zwar im Prinzip das Gleiche, sind aber auf unterschiedliche Materialien abgestimmt

Jetzt kommt der Mann mit dem Zaubermittel das alles kann. Die aggressiven Substanzen lösen alle Oxidschichten, die enthaltenen Öle stehen deren Wirkung eigentlich entgegen, pflegen und konservieren aber die Oberflächen aller Materialien.
Dumm ist nur, dass Öl nichtleitend ist. Durchdringen die Kontakte also das Öl nicht weil z.B. ihre Federspannung zu gering ist, so gibt es schon wieder Kontaktprobleme. Es hindert die Kontakte am oxidieren, ist kontraproduktiv zum Oxidlöser und isoliert. Sowohl das enthaltene Öl wie auch die oxidlösende Substanz sind für alle Materialien geeignet. Das wäre die eierlegende Wollmilchsau!

Somit ist ein derartiges Produkt eigentlich Nonsens

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Polfett