oder auf gut Deutsch „sauberes Lager“

Der Unterschied zwischen „Clean Bearing“, „Deckscheibe“, „abgedichtet“, etc.

ZITATANFANG
In Drehmomentwandlern von Kraftfahrzeugen – Schaltgetriebe und Verteilergetriebe – werden auf den Anwendungsfall abgestimmte Wälzlager eingesetzt. Entsprechend den Anforderungen an Kraftaufnahme und Drehzahl bewähren sich an den Hauptlagerstellen Rillenkugellager in offener oder schmutzgeschützter Ausführung (Clean Bearings), Zylinderrollenlager, kombinierte Lager und Kegelrollenlager.

Schmierung
Die Zahnräder der Kraftfahrzeuggetriebe werden fast ausnahmslos mit Öl geschmiert. Das führt dazu, dass auch für die Wälzlager in den Getrieben in der Regel Ölschmierung vorgesehen wird. Da der Schmierstoffbedarf der Wälzlager sehr gering ist, reicht das von den Zahnrädern abgeschleuderte Öl in den meisten Fällen zur Lagerschmierung aus. Nur bei ungünstig liegenden Lagerstellen, die das Spritzöl nicht erreicht, kann es notwendig sein, Fangtaschen und Zuführungskanäle anzuordnen.
Umgekehrt ist es zweckmäßig, Lager, die unmittelbar neben einem Zahnrad laufen, durch eine Dichtscheibe, ein Abweisblech oder andere konstruktive Maßnahmen vor zu viel Öl zu schützen
Es muss jedoch bei der gemeinsamen Schmierung von Zahnrädern und Lagern darauf geachtet werden, dass die lebensdauermindernden Verunreinigungen aus dem Ölkreislauf herausgefiltert werden (kostenintensiv).

Schmutzgeschützte Lager
Um diese Verunreinigungen (Zahnabrieb) möglichst lange aus dem Lager fernzuhalten, werden heute bei Pkw-Schaltgetrieben abgedichtete, fettgeschmierte Rillen- oder Schrägkugellager, sog. schmutzgeschützte Lager ("Clean Bearings") eingesetzt.
Da Rollenlager gegenüber überrollten Partikeln weniger empfindlich sind, werden sie in Kfz-Getrieben nicht in schmutzgeschützter Ausführung verwendet

Dynamische Kennzahl
Für nicht abgedichtete Getriebelager in mittleren bis schweren Pkw ist ein fLm -Wert von 1,0...1,3, für schmutzgeschützte Lager ein fLm-Wert von 0,7...1,0 anzustreben.

Erreichbare Lebensdauer
Bei offenen Kugellagern muss man von mäßig verunreinigtem Schmierstoff (Verunreinigungskenngröße V = 2) bis stark verunreinigtem Schmierstoff (V = 3) ausgehen. Bei üblichen Belastungskennzahlen der Getriebelager von f s* ˜2...8 je nach Schaltstufe ergibt sich bei V = 2 ein Sauberkeitsfaktor von s = 0,6...0,7, bei  V = 3 ein s = 0,3...0,5.
Auf Grund des Verschmutzungseinflusses durch das Getriebeöl können also die Leistungsreserven der offenen Kugellager (größerer fLm -Wert) nicht ausgenutzt werden. Dagegen kann durch das Verwenden von schmutzgeschützten Kugellagern mindestens normale Sauberkeit (Verunreinigungskenngröße V = 1), meist erhöhte (V = 0,5) oder sogar höchste Sauberkeit (V = 0,3) erreicht werden. Hiermit erhält man bei einem Viskositätsverhältnis von k= 1 einen Sauberkeitsfaktors, der zwischen 1 und 3 liegt.
Im Vergleich zu offenen Lagern, die im „verschmutzten“ Getriebeöllaufen, erreicht man daher mit schmutzgeschützten Getriebelagern (Rillen- oder Schrägkugellager), eine bis zu sechs Mal längere  Lebensdauer.
ZITATENDE
Quelle: Die Gestaltung von Wälzlagerungen. FAG OEM und Handel AG Publ.-Nr. WL 00 200/5 DA

 


CleanBearing:
entsprechen nicht den abgedichteten Standardlagerversionen „F“, „RS“ oder „RF“, sondern bestenfalls den Typen „Z“, „ZR“ oder „VP“. Sie sind nur für den Anfangsbetrieb fettgeschmiert. Innerhalb der ersten Betriebsstunden des Getriebes wird das Fett ausgewaschen und die Lager sind danach ölgeschmiert, gefiltert durch die Deckscheibe. Sie sollen also nicht „absolut“ dicht sein sondern nur Partikel ab einer bestimmten Grösse abweisen.
Aus diesem Grund ist auch das Fett in den Lagern jeweils spezifiziert, da es ausgewaschen dann die Eigenschaften des Getriebeöls nicht negativ beeinflussen darf oder Ölkanäle, Schmiernuten, .... im Getriebe nicht zusetzen darf. CleanBearings dürfen also keinesfalls durch abgedichtete Lager ersetzt bzw. mit diesen verwechselt werden. Je nach Lagerhersteller gibt es natürlich auch unterschiedliche Philosophien bezüglich der Filterung, zulässigen Partikelgröße, .... .
Sie sollen also nicht „absolut“ dicht sein sondern nur Partikel ab einer bestimmten Grösse abweisen.
Hierbei gibt es spezifische Filterscheibenformen die z.B. die Drehrichtung oder benachbarte Bauteile berücksichtigen
 

Dichtungen
Y-Lager wurden zur Verwendung in Landmaschinen entwickelt und entsprechend galt die besondere Aufmerksamkeit den Dichtungsanordnungen. Daher sind SKF Y-Lager je nach Lagerreihe mit unterschiedlichen Dichtungsausführungen erhältlich.

Standarddichtung
Die Standarddichtung für SKF Y-Lager ist die Superagriseal-Dichtung (F). Sie besteht aus einer gepressten Stahlblechscheibe, auf deren Innenseite eine Dichtlippe aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) aufvulkanisiert ist. Die berührungsfreie Berührungsdichtung aus Stahlblech bildet einen engen Dichtspalt mit der zylindrischen Mantelfläche der Innenringschulter und schützt die Dichtung gegen grobe Verunreinigungen.

Standarddichtung mit zusätzlicher Schleuderscheibe
Bei stärkeren Verunreinigungen sollten abgedichtete Lager mit beidseitig breitem Innenring (2RS2) verwendet werden. Diese Lager haben zusätzlich zu den integrierten „Superagriseal“-Dichtungen eine Stahlschleuderscheibe. Die Lager haben das Nachsetzzeichen 2F. Die Schleuderscheiben bestehen aus Stahlblech bzw. aus nichtrostendem Stahlblech. Sie sitzen mit fester Passung auf dem Innenring und verbessern die Dichtwirkung erheblich, ohne die Reibung zu erhöhen.

Mehrfachdichtung
Für Y-Lageranordnungen, bei denen eine hohe Zuverlässigkeit auch bei extremen Verunreinigungen gefordert wird, empfehlen sich Lager mit beidseitig breiten Innenringen und einer Mehrfachdichtung (2RSH). In dieser Dichtungsanordnung sitzt eine Schleuderscheibe mit vulkanisierter Gummilippe neben der „Superagriseal“-Standarddichtung. Diese Lippendichtungen aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) dichten axial gegen die integrierte Dichtung ab. Der Raum zwischen der integrierten Dichtung und dem gummierten Schleuderring ist mit Schmierfett gefüllt, um die Schutzwirkung zu verstärken.

Berührungsdichtungen RS1
Y-Lager mit Standard-Innenring, Reihen 17262(00)-2RS1 und 17263(00)-2RS1, haben RS1-Dichtungen, die ursprünglich für SKF Rillenkugellager der Grundausführung entwickelt wurden. Diese Dichtungen bestehen aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) mit Stahlblecharmierung. Sie dichten gegen die Mantelfläche der Innenringschulter ab.

Berührungsdichtungen LS8
Y-Lager mit Sechskant-Bohrung, Reihen YHB 2 und YHC 2, haben LS8- Dichtungen. Diese Dichtungen bestehen aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) mit Stahlblecharmierung. Sie dichten gegen die Mantelfläche der Innenringschulter ab.

Dreilippendichtungen
Als Standarddichtung kommt bei SKF Y-Lagern mit Vier- oder Sechskant-Bohrung eine hochwirksame Dreilippen-Berührungsdichtung zum Einsatz. Sie besteht aus einer Stahlblechscheibe mit aufvulkanisierter Dreilippendichtung aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR). Die berührungsfreie Berührungsdichtung aus Stahlblech bildet einen engen Dichtspalt mit der zylindrischen Mantelfläche der Innenringschulter und schützt die Dichtung gegen grobe Verunreinigungen.

Deckscheiben
Y-Lager sind auch mit Deckscheiben erhältlich. Diese Lager haben das Nachsetzzeichen VP076.

Y-Lager mit berührungsfreien Deckscheiben aus Stahlblech kommen in temperatur- oder drehzahlkritischen Anwendungsfällen zum Einsatz, in denen zusätzliche Reibung unerwünscht ist. Deckscheiben sollten Anwendungsfällen mit starken Verunreinigungen vorbehalten sein, in denen nicht die Gefahr besteht, dass Wasser, Dampf oder Feuchtigkeit in das Lager gelangt.

Zulässige Betriebstemperaturen für Dichtungswerkstoffe
Berührungsdichtungen sind für Betriebstemperaturen von –30 bis +100 °C geeignet. Temperaturen bis zu +120 °C sind kurzzeitig zulässig, wirken sich aber negativ auf das Schmierfett aus.

Quelle: SKF

 

LinkSinnvoll ist es, sich zuerst mit "Getriebe - schematische Erklaerung" einen Überblick zu verschaffen
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