Dies ist die zweite Beschreibung auf dieser Homepage, wie man das Heck einer GS umbauen kann. Ich habe die erste Beschreibung auf dieser Internetseite gelesen und war direkt begeistert.
Leider sind die Fotos dieser ersten Anleitung sehr klein und Details sind schwer zu erkennen. Daher habe ich bei meinem Umbau viele Fotos mit höherer Auflösung aufgenommen, um eventuellen Interessenten bessere Anhaltspunkte zu geben, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Mit dem Umbau habe ich folgende Ziele verfolgt:

  1. Runter mit dem Speck: Leicht = Gut
  2. Sportliches Design: Ich wollte mal weg von der zweckmäßigen BMW Formgebung und die Sache auch optisch leichter aussehen lassen
  3. Preiswert: Der Umbau sollte preislich im Rahmen (man bemerke die Doppeldeutigkeit!) bleiben.
Fangen wir mit 3. an. Bei einem großen Internet Versteigerer habe ich mir alle Teile über den Sommer zusammengekauft:

  1. Ein gebrauchter Rahmen für 84,-€ an dem eh schon mal geschweißt wurde
  2. Ein unbenutztes Acerbis Schutzblech, weiß für 21,07€, man kann es aber auch für etwas mehr neu kaufen
  3. Eine neue Rück-, Brems- und Kennzeichenleuchte, LED von MBC für 29,-€
  4. Ein Rückstrahler für 7,-€ von einer Vespa
  5. Zwei Blinker (Halogenbirnchen) von Motorrad Wolf für 19,-€
  6. Ein gebrauchter Kabelbaum des GS Heck 5,-€, hier wird vor allem der Stecker und ein paar Zentimeter Kabel gebraucht
  7. Eine alte Sitzbank hatte ich noch. Wenn man sich Zeit lässt gibt es die auch für kleines Geld, denn der Bezug kann ruhig schäbig sein, benötigt werden nur die Kunststoffschale und der Schaumstoff
Dadurch, dass ich nicht meinen originalen Rahmen zersägt habe, kann ich ihn jederzeit wieder anschrauben. Er liegt komplett mit Kotflügel und Beleuchtung im Keller. Ich muss nur die vier Heckrahmenschrauben lösen, dann kann ich ihn wieder montieren.

Bevor es losgeht noch ein Hinweis. Ich habe in der Beschreibung bis jetzt insgesamt 44 Bilder aufgeführt. Leider können nur max. 20 Bilder auf dieser Seite Platz finden. Ich habe sie auf die wichtigsten reduziert, aber die Nummerierung beibehalten. Es sind also im Text Bilder aufgeführt, die ihr auf der Homepage nicht findet! Wer noch mehr benötigt kann sich mit mir in Verbindung setzen, ich sende sie gerne, aber bitte die gewünschte Bildnummer(n) angeben. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Nun zum ersten Schritt. Jeder muss nach eigenem Ermessen festlegen wie lange der Heckrahmen nach Fertigstellung noch sein soll. Ich selbst beabsichtige weiterhin mit einem leicht und schnell montierbaren Hilfsrahmen bei Bedarf noch die originalen Koffer zu nutzen. Dies ist dann auch schon das nächste Projekt. Deshalb habe ich den Schnitt mit der Flex an dieser Stelle gesetzt, siehe Bild 1. Dort bleibt mir dann zumindest noch ein Loch/Haltepunkt für den Hilfsrahmen. Auch wenn es nur die Flex ist, hier müsst ihr bereits genau arbeiten, sonst wird’s später nur noch blöd, weil nix mehr passt. „The first cut is the deepest…“ das gilt auch hier. Es ist schon ein gribbeliges Gefühl einen Rahmen zu zersägen, aber was muss, das muss. Und dann gleich das erste Erstaunen, die Rohrwandung ist unglaublich dick! Da hat BMW sich nicht lumpen lassen, hier kann man richtig Kilos wegnehmen. Auf Bild 1 könnt ihr auch sehen, dass ich den Haltebügel in der Höhe gestutzt habe. Da ich eh immer solo Fahre und die Soziusfußrasten schon lange in der Krabbelkiste im Keller liegen, brauche ich ihn nicht in voller Höhe.
Als nächstes habe ich mir das Blech für das Sitzbankschloss gebohrt und abgekantet. Die Lochbänder habe ich nur vorübergehend als Abstandshalter benötigt, bis ich das Blech mit dem Schweißgerät angeheftet hatte.

Aus meiner Sicht wichtig:
Ich habe erst einmal alle Metallverbindungen mit ein paar Punkten zusammengeheftet. Wenn an der Konstruktion doch noch einmal etwas geändert werden muss, sind die Schweißpunkte leicht aufzubrechen.

Auf Bild 2 ist das Schlossblech ganz gut zu erkennen. Für das große Loch habe ich einfach einen Stufenbohrer verwendet. Das Originalloch hat ein spezielles Profil, das ich aber für nicht notwendig halte. Somit habe ich mir viel Feilerei gespart. Achtung die Befestigungslöcher liegen auf unterschiedlicher Höhe, ich habe hier nicht schief gemessen oder gebohrt!

Weiterhin solltet ihr immer wieder den Heckrahmen mit vier Schrauben an den Hauptrahmen stecken, um Maß zu nehmen, den letzten Arbeitsschritt zu kontrollieren und den nächsten zu planen!

So habe ich auch die Position des Schutzbleches ermittel, kurz angezeichnet und dann in aller Ruhe auf der Werkbank die zu bohrenden Löcher ermittelt und zentriert. In Bild 3 seht ihr das Ergebnis dieses Arbeitsschrittes. Die roten Gummiunterlagsscheiben habe ich mir aus einem Rest Gummimatte mit zwei Locheisen, eins für den Außendurchmesser und eins führ innen, selbst ausgestanzt. Die Gummischeiben liegen unter und auf dem Kotflügel. Somit ist er in Gummi eingepackt.

Den Kennzeichen und Lampenhalter in Bild 4 habe ich mir selbst aus einer kleinen Tafel Edelstahlblech ausgeschnitten und entsprechend gekantet. Der Aufwand ist hoch. Wer ihn scheut oder die Möglichkeiten nicht hat kann im Zubehörhandel solche Teile auch fertig kaufen.

Bild 5 zeigt wieder eine der vielen Anproben. Es ist vieles zu beachten. Ihr müsst auch kontrollieren ob der Federweg des Hinterrades noch frei ist. Deshalb habe ich den Stoßdämpfer abgeschraubt, und das Hinterrad soweit wie möglich angehoben, um zu kontrollieren, dass nichts schleift! Der Schalldämpfer braucht auch seinen Platz und Blinker müssen auch noch dran.

Bild 6 und Bild 7 zeigen den Blinker-, Rücklicht- und Kennzeichenhalter von unten und die notwendige Verkabelung. Die Leitungen musste ich alle verlängern, um dann seitlich von unten aus dem Kotflügel unter die zukünftige Sitzbank zu kommen.  Diesen Übergang habe ich in Bild 8 fotografiert. Hier sieht man auch die Reste des originalen Heckkabelbaums, den ich für 5,-€ dazugekauft habe. Nun müsst ihr die Kabel nur noch richtig verbinden. Von vorne kommend drei braune Adern. Dies ist alles Masse (1x Rück-, Brems-, Kennzeichenleuchte, 1x Blinker links und 1x Blinker rechts). Mit einem Voltmeter oder eine 12V Glühlampe könnt ihr dann den Rest der Kabel den Funktionen (Blinker, Rück-,Bremslicht) zuordnen. Für die Verbindung der vorderen mit den hinteren Leitungen habe ich Steckverbinder aus dem Kfz-Handel verwendet, damit ich jede einzelne Leitung wieder trennen kann. Somit ist es möglich einen Blinker oder auch nur das Rücklicht einzeln abzubauen!

Damit Ihr den originalen BMW Werkzeugkasten wieder sicher unterbringen könnt, solltet ihr nun den in Bild 9 gezeigten Träger aus einem Stück 3mm starken Blech oder Flacheisen herstellen. Die Maße nehmt ihr vom Werkezugkasten ab. Dann am Hauptrahmen wieder Maß nehmen, das Teil zuschneiden, anheften und wieder am Hauptrahmen den richtigen Sitz kontrollieren.

Die Bilder 10 und 11 zeigen schon mal, wie sich das Heck verändert hat

 Nun fehlt noch die Sitzbank. Wieder heißt es am Objekt der Begierde Maß nehmen, siehe Bild 12 und 13. Mit dem Kreppband habe ich mir Hilfslinien geklebt, um mir dann viele Gedanken zu machen, wie ich eine Sitzbankplatte hinbekomme, die im hinteren Bereich schlank wirkt, aber trotzdem noch auf den Rahmen und die Seitenteile passt. Nach vielen Anproben habe ich erst den hinteren Teil der Sitzbank mit der Stichsäge abgetrennt. Nun müsst ihr die seitlichen Gummifüße entfernen, auf der die Sitzbank normalerweise auf dem Rahmen aufliegt. Nicht wegwerfen, die werden noch gebraucht. Jetzt wird an den Löcher dieser Gummifüße längs, mit einem Abstand von ca. 4 oder 5mm die Sitzbankplatte mit der Stichsäge eingesägt. Der Schnitt endet neben dem vordersten Loch der Gummifüße!

Nun könnt ihr die Außenkante der Sitzbank über den Mittelteil  legen und mit einer Niete fixieren. Später sollen an der Schnittkannte längs noch mehr von den 3mm Nieten rein, aber es ist wie beim Schweißen, erst einmal zusammenheften und sehen, ob alles passt. Nun müsst ihr die Löcher für die Gummifüße wieder in den Kunststoff der Außenkante bohren, da sie nun die originalen Löcher verdecken. In Bild 16 könnt ihr schon gut erkennen, wie die Sitzbank nach hinten nun schlanker wird. Bei dieser Lösung, sitzt die Sitzbank später wieder mit den originalen Gummifüßen auf dem Rahmenheck und wird seitlich, wie vorher auch, durch die inneren Kunststoffstege geführt.
Jetzt braucht die Sitzbank noch einen stabilen Abschluss, der das Schließblech des Sitzbankschlosses aufnimmt und einen späteren vernünftigen Bezug zulässt.  Daher habe ich die gekürzte Sitzbank habe ich auf das am Motorrad montierte Rahmenheck gelegt, um festzustellen, wo die Position des  derzeitigen Endes der Sitzbank am Rahmenheck liegt und diese mit etwas Kreppband markiert, siehe Bild 17. Nun kam das ganze wieder in Keller.

Aus dem abgesägten Sitzbankheck wurde nun der innere Teil mit der Stichsäge herausgetrennt, so dass nur noch der Rahmen übrig bleibt, Bilder 18 und 19.
Von diesem Rahmen musste ich nun erst von einer Seite den unteren Aufwärtsknick so kürzen, dass die Sitzbank mit dem Rahmen wieder auf Rahmenheck passt (Bild 20). In diesem Bild 20 stößt der Winkel noch stumpf gegen das Seitenteil. Dieses Seitenteil habe ich später gekürzt, um den Winkel auf das Mittelteil der Sitzbank aufzusetzen, Bild 24, das bringt mehr Stabilität in den Umbau.
Das Gleiche erfolgt dann noch für die andere Seite, Bild 21.
Nun muss der Kunststoffrahmen noch schmaler werden, damit er wieder passt. Dazu habe ich ihn in der Mitte getrennt und ein Stück herausgenommen, Bilder 22 und 23. Mit Kreppband wurde immer wieder alles provisorisch zusammengeklebt, um den Sitz zu kontrollieren.
Da die mittlere Wölbung, unter der der Standardkotflügen drunter passt, nun auf dem neuen Kotflügel aufliegt, habe ich das Mittelteil rechts und links eingeschnitten, Bilder 24 und 25. Mit der Heißluftpistole müsst ihr nun den Bereich zwischen den Einschnitt-Endpunkten erwärmen und das Mittelteil leicht nach oben biegen, Bilder 26 und 27, dadurch entsteht wieder Platz zwischen Kotflügel und Sitzbank.
In Bild 28 seht ihr die erste Fixierung des neuen Hecks mit zwei Blindnieten am vorderen Sitzbankteil. Um die Rückseite des Sitzbankhecks mit einem 3mm starken Alu-Blech zu schließen, habe ich erst einmal eine Pappschablone angefertigt, Bild 29, und auf das Reststück Alu-Blech übertragen, Bild 30. Nun erfolgte das Ausschneiden mit einer Blechschere und Glätten mit einer Feile, Bild 31. Das Mittelteil im Alu-Blech muss nun ebenfalls, wie bei der Sitzbank, eingeschnitten werden.

Achtung, das Blech wird nun auf zwei unterschiedlichen Höhen abgekantet! Das geht in einem Standardschraubstock recht gut. Erst den Mittelteil kanten, dann nacheinander die beiden Außenteile. Für die Abkantung oben habe ich einen Feilkloben verwendet. In den Bildern 32 und 33 seht ihr das Ergebnis.
Nun wird das Alu-Blech mit den ersten Nieten an der Grundplatte fixiert, siehe Bild 34. Hier werden längere Nieten benötigt, die durch zwei Lagen Kunststoff und das Alu-Blech gehen müssen!

Da ich die Sitzbank mit dem originalen Schloss befestigen möchte, brauchte ich noch ein kleines Blech, an dem ich den Schließstift wieder festschrauben konnte. Hierfür verwendete ich ein 2mm starkes Edelstahlblech, in das ich zwei M4 Gewinde bohrte, siehe Bild 35. Da der alte Schließstift nicht mehr passte, habe ich einen neuen aus 3mm Edelstahlblech heraus gesägt, gefeilt, gebohrt und abgekantete, siehe Bild 36. Nun wird das Ganze endgültig zusammengenietet, Bild 37. Alle nun noch offenen Stellen habe ich mit Heißkleber verschlossen, damit ich hier später kein Problem mit Spritzwasser bekomme, siehe Bild 38. Auf dem Foto könnt ihr auch erkennen, wie der Sitzbankträgergeschrumpft ist. Bild 39 zeigt die neuerliche Anprobe.

Bevor es zum Sattler geht, muss nun noch den Schaumstoff angepasst werden. Nach mehreren Versuchen hat sich das häusliche Elektromesser als bevorzugtes Werkzeug für diese Arbeiten heraus kristallisiert, Bild 40.

Der Schaumstoff wurde in der Mitte von mir von hinten bis an den Punkt eingeschnitten, an dem auf dem Kunststoffträger die seitliche Verjüngung beginnt. Danach schnitt ich an jeder Hälfte soviel Material aus dem Schaumstoff, bis ich die beiden Hälften auf dem Kunststoffträge passgenau zusammendrücken konnte.

Den hinteren Teil des Schaumstoffs habe ich innen ausgehöhlt, damit er nun auch wieder auf den gekürzte Träger passt und seitlich den Rand des Träger umschließt, siehe Bilder 41, 42, 43 und 44.
Der nächste Schritt ist nun der Weg zum Sattler.

Wenn alles fertig ist, folgen noch die letzten Bilder.

Viel Spaß beim Basteln!






Bild 01
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Bild 02
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Bild 04
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Bild 07
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Bild 09
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Bild 15
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Bild 16
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Bild 19
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Bild 24
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Bild 26
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Bild 28
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Bild 30
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Bild 32
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Bild 36
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Bild 39
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Bild 42
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Bild 43
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Bild 44
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