Poly-V-Riemen ausbauen
Masseanschluss der Batterie abklemmen (als Massnahme zur Sicherheit weil an der LiMa hantiert wird). Die vier Schrauben der Riemenabdeckung ausschrauben.
Man zwickt den alten Riemen mit einem stabilen Seitenschneider oder einer Gartenschere ab.

Poly-V-Riemen einbauen bei den R1200:.
BMW hat bei den R1200 die Spanneinrichtung für den Riemen --aus "Gewichtsgründen"-- eingespart und die LiMa fix an den Motor geschraubt. Deshalb muss der Riemen bei den R1200 mit einem speziellen Werkzeug auf die Laufscheiben "aufgewürgt" (gehebelt) werden. Das erfordert eine gewisse Elastizität des Riemens. Bei herkömmlichen Riemen reissen im Werkstattalltag evtl. seine Fasereinlagen bei der Montagemethode mit dieser Gewaltprozedur und er ist somit strukturell beschädigt bzw. gereckt, und/oder die Rippen der Scheibe werden evtl. verdrückt.
Ausserdem darf sich der Riemen im Betrieb keinesfalls längen, da Nachspannen ja unmöglich ist.
Der Grund für die, gegenüber den R11x0, entfallene Spanneinrichtung für den Riemen ist, dass man einige Bauteile spart (weniger Gewicht, weniger Spritverbrauch; böse Menschen denken an mehr Profit). Der Riemenwechsel ist schneller und einfacher, ermöglicht bessere Werkstattbindung mit neuen Fehlermöglichkeiten! Wer kauft schon das Spezialwerkzeug (=“Aufziehhilfe“)?


Zur Montage braucht man dazu eine "Aufziehhilfe". BMW bietet ein spezielles Werkzeug, aber für den Hobbyschrauber tut es auch ein Stück Bierdosenblech oder ein Kunststoffstreifen von etwa 5x8cm. Das Werkzeug verhindert, dass der Riemen zu stark geknickt wird oder die "Vs" („Zacken“) des "Poly-V-Riemens" nicht gleich verröcheln weil sie über die einzelnen Kerben der Scheibe gequält werden.
Nachdem das die "festen" Riemen nicht so gerne mitmachten wie sich das der sparsame Konstrukteur dachte, gibt's jetzt die elastische Ausführung.
Dabei wird er am LiMa-Rad eingehängt und trägt erst mal nur mit dem rechten "V". Unten hängt er vor der grossen Scheibe.
Rechts kann man ihn in die Rillen einlegen. Dann kommt das rot skizzierte Werkzeug zum Einsatz. Es verhindert, dass die "V"s des Riemens durch die "V"s des Rades beschädigt werden und/oder sich darin verhaken. Dreht man im Uhrzeigersinn (Werkzeug mitsamt KW), so wird zuerst der Riemen abgehoben und gleitet über die Fläche des Werkzeugs und dahinter in die „Vs“ des Treibrades. Spätestens ab "7 Uhr" muss der Riemen gedehnt UND die Riemen-"V"s müssen flachgedrückt werden.
Die theoretische Dehnung beträgt nach meiner überschlägigen Rechnung etwa 4 mm, wobei mehr als die Hälfte durch die Verformung der Riemen-"V"s realisiert wird.
Das Werkzeug hat eine Schräge die beim Drehen den Riemen in Richtung Rad drückt.

Alternativ kann man auch (mit viel Aufwand) die Befestigungsschrauben der LiMa lösen, sie nach vorne kippen und somit den Riemen fast gewaltfrei montieren.

Riementypen
Achtung; Bei den R1200 ist der teure ELAST-Riemen notwendiges Übel. Entweder man verwendet ein BMW-Ersatzteil oder es steht „ELAST“ drauf. Dem blossen „passt schon“ des Zubehörtandlers würde ich nicht vertrauen.
Sucht man allerdings bei Conti anhand der BMW EtNr 12 31 7 690 571 des „Keilrippenriemen 4PK582“, so antwortet Conti mit 4PK592 ELAST. Da tippe ich auf einen Fehler im ETK und vermute dass 592 korrekt ist.
Also erst mal prüfen welches Teil im Mopped verbaut ist und dann den gleichen Typ verwenden.
Der normale 4PK582 ist in diversen Volvos verbaut, scheint aber ohnehin nicht zu passen.

Wechselintervall
Das gleiche Spektakel wie bei den 11x0: Das Wechselintervall wurde anfänglich auf 60TKm festgesetzt, inzwischen aber auf 40TKm verkürzt.
Tipp an die Selbermacher: Bevor ich  Riemen ab und an mal kontrolliere und deshalb den Deckel abschraube wechsle ich bei 40TKm. Der Mehraufwand ist minimal und  an den paar EUR soll's nicht liegen. Den " Nichtselbermachern “ wünsche ich eine aufmerksame Werkstatt.


Links
4V Poly-V-Riemen und Riemenscheibe wechseln
4V2 1200-Poly-V-Riemen wechseln